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Blick in das Herbarium Haussknecht. Das Projekt BOTANICA wird durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit 950.000 Euro gef?rdert.

Projekt BOTANICA: Historisches Botanikwissen wird digital zug?nglich

Thüringer Universit?ts- und Landesbibliothek und Senckenberg Institut für Pflanzenvielfalt digitalisieren den Bestand des Herbariums Haussknecht für Forschung, Bildung und ?ffentlichkeit
Blick in das Herbarium Haussknecht. Das Projekt BOTANICA wird durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit 950.000 Euro gef?rdert.
Foto: Nicole Nerger (Universit?t Jena)
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Meldung vom: | Verfasser/in: Andreas Christoph, Christine R?mermann

Heute (15. Januar 2026) haben der Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Christian Tischner, der Thüringer Wissenschafts-Staatssekret?r Prof. Dr. Steffen Teichert, der Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Prof. Dr. Klement Tockner und der Pr?sident der Friedrich-Schiller-Universit?t Jena Prof. Dr. Andreas Marx Einblicke in das Digitalisierungsprojekt BOTANICA erhalten. In der Thüringer Universit?ts- und Landesbibliothek (ThULB) stellten Bibliotheksdirektor Dr. Andreas Klinger und die Leiterin des Senckenberg Instituts für Pflanzenvielfalt Jena (SIP) Prof. Dr. Christine R?mermann den Projektkontext vor. Beim anschlie?enden Besuch des Herbariums Haussknecht haben die Teilnehmenden über Inhalte, Ziele und Perspektiven der sammlungsbezogenen Biodiversit?tsforschung am SIP Jena diskutiert.

BOTANICA ist ein Gemeinschaftsprojekt von ThULB und SIP Jena, eingebunden in den Forschungsstandort Jena: Ziel ist die vollst?ndige Digitalisierung des historischen botanischen Buchbestands der Stiftung Herbarium Haussknecht. Rund 12.500 Titel aus dem 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert werden mit moderner Scantechnik erfasst, per Texterkennung (OCR) durchsuchbar gemacht und weltweit online zug?nglich. Das Projekt wird im Zeitraum von 2025 bis 2028 durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit 950.000 Euro gef?rdert.

Digitaler Zugang zu einem botanischen Ged?chtnis über Jahrhunderte

?Historische Literatur und Pflanzenbelege sind Archive, die uns viel über den Biodiversit?tswandel im letzten Jahrhundert verraten. Durch Digitalisierung und Integration der verschiedenen Datenquellen entstehen Forschungsressourcen, die neue Vergleiche über lange Zeitr?ume erm?glichen, etwa um den Biodiversit?tswandel besser zu verstehen?, sagt Prof. Dr. Christine R?mermann, Professorin für Biodiversit?t der Pflanzen der Uni Jena und Leiterin des SIP Jena.

Seit Projektstart im Herbst 2025 hat das Team spezialisierte Scantechnik beschafft und in Betrieb genommen, darunter Scanner mit buchschonenden Halterungen sowie ein Gro?formatscanner für Tafeln und Pl?ne. BOTANICA setzt auf hochwertige Digitalisierung mit offenen Standards und barrierearmen Zug?ngen: Die historischen Quellen werden nicht nur als Bilder bereitgestellt, sondern als zitierf?hige, maschinenlesbare und durchsuchbare Ressourcen aufbereitet. Damit schafft das Projekt eine zus?tzliche Grundlage für die internationale Biodiversit?tsforschung, etwa indem historische Fundorte, Pflanzennamen und Angaben zu den sammelnden Personen systematisch auswertbar werden. Für die Universit?t Jena und ihre Partnereinrichtungen er?ffnet das Projekt neue M?glichkeiten, historische Quellen st?rker in Forschung, Lehre und Transfer einzubinden.

?Die Aufbauleistungen des neu gegründeten Senckenberg Instituts hier in Jena sind beeindruckend. Es freut mich sehr, dass wir die Thüringer Universit?ts- und Landesbibliothek mit Landesmitteln von knapp einer Million Euro bei der Digitalisierung des historisch bedeutsamen Buch- und Zeitschriftenbestands des Herbariums Haussknecht unterstützen konnten?, betont Wissenschaftsminister Christian Tischner. ?Damit machen wir wertvolles Wissen nicht nur für die internationale Forschung nutzbar, sondern ?ffnen diesen Schatz erstmals für eine breite ?ffentlichkeit.?

?BOTANICA ?ffnet ein botanisches Ged?chtnis über Jahrhunderte. Wir verwandeln historisches Wissen in ein offenes, digitales Wissenssystem, damit es weltweit nutzbar wird: für Forschung, für Bildung und für eine ?ffentlichkeit, die verstehen will, wie sich unsere Umwelt ver?ndert?, sagt Dr. Andreas Christoph, Projektleiter BOTANICA und zust?ndig für digitales Kultur- und Sammlungsmanagement an der ThULB.

Gesellschaftliche Teilhabe als Teil des Workflows

Bei der Digitalisierung unterstützt ein Team des Saale-Betreuungswerks der Lebenshilfe Jena. Gemeinsam wurden Workflow, Qualit?tsroutinen und das weitere Vorgehen festgelegt. Die Zusammenarbeit verbindet Professionalit?t mit gesellschaftlicher Teilhabe und umfasst Qualifizierung sowie fachliche Anleitung.

?Wir arbeiten mit einer klaren, reproduzierbaren Prozesskette: konservatorisch schonende Digitalisierung, standardisierte Qualit?tskontrollen, OCR und Erschlie?ung nach etablierten Metadatenstandards. So werden die Digitalisate nicht nur lesbar, sondern systematisch auswertbar und interoperabel?, betont Projektkoordinatorin Dr. Kathrin Polenz.

?Das Projekt BOTANICA zeigt eindrucksvoll, dass sich die ThULB mit ihren seit Jahren systematisch ausgebauten Digitalisierungskompetenzen erneut als leistungsf?hige Informationsinfrastruktur erweist?, unterstreicht Dr. Andreas Klinger, Direktor der ThULB.

Im Gespr?ch im Herbarium Haussknecht (v. l.): Prof. Dr. Marc Appelhans, Direktor des Botanischen Gartens der Friedrich-Schiller-Universit?t Jena; Christian Tischner, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur; Dr. Kathrin Polenz, Koordinatorin des Projekts BOTANICA; Prof. Dr. Steffen Teichert, Thüringer Staatssekret?r für Wissenschaft und Kultur; Prof. Dr. Christine R?mermann, Direktorin Senckenberg Institut für Pflanzenvielfalt Jena (SIP) und Professorin für Biodiversit?t der Pflanzen am Institut für Biodiversit?t, ?kologie und Evolution der Friedrich-Schiller-Universit?t Jena.

Foto: Nicole Nerger (Universit?t Jena)

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Kathrin Polenz, Dr.

Abteilung für Digitales Kultur- und Sammlungsmanagement
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